Sabine Eva Meiers Ein harmloses Spiel ist ein klassischer Feelgood-Krimi, der „Weekend-Gesellschaft“ und Erbkonflikt zu einem süffigen Kammerspiel verdichtet.
Vier befreundete Frauen geraten auf einer abgelegenen Burg in ein Setting aus Hausordnung, Rollenritualen und spürbarer Kontrolle: Handys und Autoschlüssel werden eingesammelt, die Atmosphäre kippt ins Unheimliche.
Was als luxuriöser Ausflug beginnt, entpuppt sich als Bühne für ein perfides Spiel rund um Macht, Abhängigkeiten und ein großes Vermögen.
Der Reiz liegt im Kontrast: humorvolle Dialoge, Running Gags und Freundinnen-Dynamik treffen auf zunehmende Bedrohung und Misstrauen.
Meier nutzt die Burg als perfekt abgeschlossenen Raum – mit Geheimnissen, strengen Regeln und Figuren, die wie Schachsteine wirken.
Besonders gelungen ist das Quartett: Jede der Frauen bringt eine eigene Energie ein, und ihr Zusammenhalt wird zur Ermittlungsressource.
Die Handlung zündet über klare Szenen, Cliffhanger und das Rätsel, wer hier wen manipuliert – und warum.
Stilistisch bleibt die Prosa leicht, szenisch und sehr lesefreundlich; die Spannung entsteht eher aus Mechanik als aus Brutalität.
Manches ist bewusst filmisch zugespitzt, doch genau das passt zum Unterhaltungsversprechen des Genres.
Am Ende steht ein Krimi, der Kopf und Komfort verbindet: spannend genug zum Miträtseln, warm genug, um als „Wohlfühllektüre“ zu funktionieren.


