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2 Novembre 2026 da Europa_Buch

Die Kraft der Worte – Europa Buch präsentiert: Aus dem Leben eines Gleichgültigen von Rammon Reimann

Heute besprechen wir das Buch Aus dem Leben eines Gleichgültigen von Rammon Reimann, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.

Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.

  1. Welche Themen werden im Buch angesprochen?

Der historische Hintergrund des Textes ist der Untergang der DDR als Teil des Untergangs des Ostblocks.

Ein Thema ist die Geworfenheit des Individuums in eine Welt, die es nicht zu durchschauen vermag, weil sie sich rationaler Erkenntnis entzieht.

Archetypen wie Liebe und Tod sind im Text enthalten.

  1. Wer sollte dieses Buch lesen?

Es bestehen zahlreiche Parallelen zwischen dem Untergang der DDR und heutigen Gegebenheiten: Unfähigkeit der Regierenden, Niedergang der Wirtschaft, Orientierungslosigkeit großer Teile der Bevölkerung in Deutschland und ganz Westeuropa.

Die europäische Zivilisation und Kultur befinden sich in ihrer dekadenten Spätphase.

Für alle, die die oben genannten Parallelen erkennen, ist der Text der Novelle zur Lektüre geeignet, zunächst wohl im deutschen Sprachraum: in Deutschland, Österreich und in der Schweiz.  Optimisten dürfte er wenig zu bieten haben, da die Sinnfrage negativ beantwortetet wird.

Dieses Buch ist „ein Buch für Alle und Keinen“, um es mit Nietzsche zu sagen.

Ich füge hier jetzt noch die Bemerkungen bezüglich der Zielgruppe aus der Einschätzung des Verlages ein:

Hinsichtlich des potenziellen Zielpublikums sehen wir Ihr Manuskript im Bereich der literarisch anspruchsvollen Gegenwartsprosa mit satirischen und philosophischen Elementen. Der Text dürfte insbesondere Leserinnen und Leser ansprechen, die sich für ironisch gebrochene Milieustudien, akademische Satire sowie existenzielle Fragestellungen interessieren. Auch ein Publikum, das Autoren mit einem distanzierten, bisweilen zynischen Blick auf Gesellschaft und Individuum schätzt, wird sich hier wiederfinden.

  1. Wann und wo haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?

Die erste Fassung des Textes stammt aus dem Jahr 1992. Der oben erwähnte Untergang war festzuhalten, ehe die Erinnerung daran zu verblassen drohte.

Wie sich heute zeigt, war dieser Zusammenbruch nur die Vorstufe zum Untergang der westlichen Zivilisation und Kultur.

  1. Welche Erkenntnisse möchte Ihr Text bei den Lesern hervorrufen?

Wir leben im postheroischen Zeiten. Sämtliche Figuren der Novelle sind unzulänglich, wodurch der geneigte Leser zur Erkenntnis gelangen kann, dass er mit seiner Unzulänglichkeit nicht allein, diese vielmehr die Regel ist heute im Abendland.

  1. Wie haben Freundeskreis, Verwandte und Bekannte auf die Veröffentlichung des Textes reagiert? Gibt es schon neue Projekte?

Bislang gibt es nur Reaktionen auf die erste Fassung des Textes, den ich zu 100 Exemplaren vervielfältigt habe. Diese gingen weg wie warme Semmeln, und zwar durch alle Bildungsschichten hindurch, vom promovierten Akademiker bis hin zum Raus­schmeißer einer Düsseldorfer Diskothek.

Ich beabsichtige, meine gesammelten Gedichte unter dem Titel „Sonette und übrige Gedichte des letzten deutschen Dichters“ in absehbarer Zeit herauszugeben.

Es folgen zwei Sonette zur Probe:

 

STERNENKINDER

Wenn die alten Ulmen träumen

Von der längst vergangnen Welt,

Wo sie Wiesenraine säumten,

Ist der Tage Abend Zeit.

 

Wenn die Menschen heimwärts gehen,

Tief gebeugt ins Abendlicht,

Schon die ersten Sterne sehen,

Wissen sie, sie bleiben nicht.

 

Denn wir fielen von den Sternen

Fort in diese dunklen Fernen,

Wo wir fremder Treibsand sind,

 

Bis sich Tore öffnen werden,

Zu den Ulmen, zu den Mären,

Weil wir Sternenkinder sind.

 

CARNAVAL

Schnee liegt seit Tagen auf den Dächern,

Der letzte nicht für dieses Jahr.

Der Karneval wedelt mit Fächern,

Kamelien blühen wunderbar.

 

Die Toten strecken ihre Hände

Nach allen Lebenden weit aus,

Doch gehn die Lebenden behende

In ihre tote Welt hinaus.

 

Ein Faun bläst im verschneiten Schilf

Die alte Faunenflötenweise,

Die sagt, daß diese Welt nichts gilt.

 

Es schneit von neuem, still und leise.

Kein Gott ist mehr, der ihnen hilft:

Die Narren ziehen ihre Kreise.

 

Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Aus dem Leben eines Gleichgültigen von Rammon Reimann, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.

Aus dem Leben eines Gleichgültigen Rammon Reimann Verlag Europa Buch

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