Annette Heinrichs Anne und Leonardo – Liebe im Strom der Zeiten ist ein breit angelegter Liebesroman, der Antike, Gegenwart und Zukunft durch die Vorstellung einer zeitüberdauernden seelischen Verbindung verknüpft.
Im Zentrum stehen Anne und Leonardo, deren Beziehung im Rom des 3. Jahrhunderts beginnt und sich trotz Gewalt, Intrigen, Trennung und Tod immer wieder erneuert.
Die Stärke des Romans liegt in seiner emotionalen Konsequenz und in der anschaulichen Darstellung historischer Schauplätze, besonders der Ewigen Stadt.
Heinrich erzählt mit großer Ernsthaftigkeit von Liebe als Schicksalsmacht, die gesellschaftliche Grenzen und zeitliche Ordnungen überschreitet.
Die Figuren sind klar gezeichnet, häufig jedoch stark nach Gut und Böse geordnet, wodurch manche Konflikte melodramatische Züge erhalten.
Auch die historische Welt dient eher als atmosphärischer Resonanzraum denn als streng rekonstruierte Epoche.
Der umfangreiche Dreiteiler verlangt Ausdauer, entwickelt daraus aber zugleich einen epischen Sog.
Mitunter werden Gefühle und moralische Gegensätze sehr ausdrücklich formuliert, statt dem Leser zur Deutung überlassen zu bleiben.
Anne und Leonardo ist dennoch eine leidenschaftliche, bildreiche Hommage an die Vorstellung, dass wahre Liebe selbst den Strom der Zeiten überdauern kann.


