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26 Marzo 2026 da Europa_Buch

Die Welten des Schreibens – Europa Buch präsentiert: Ein schmaler Grat von Eva Carin

Heute besprechen wir das Buch Ein schmaler Grat von Eva Carin, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit der Autorin des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die die Autorin im Laufe ihres Schreibens anspricht und die sie mit ihren Leserinnen und Lesern teilen möchte.

Hier ist das Interview mit der Autorin: viel Spaß beim Lesen!

  1. Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?

Die Hauptfigur ist eine junge Frau, die von Ehrgeiz und Drang zum Erfolg angetrieben wird und klare berufliche Ziele verfolgt. Sie entdeckt aber über die Zeit, dass diese ausschließliche Fixierung auf ihre Karriere sie nicht erfüllt.

Der Roman zeigt auf, wie Erfolg und Lebenszufriedenheit oft komplette Gegensätze sein können. Dies eröffnet ein Spannungsfeld, dem sich meines Erachtens heutzutage viele junge Menschen ausgesetzt fühlen und nur schwer entziehen können. Und dies ist verbunden mit einer anderen in vielen gesellschaftlichen Bereichen sehr aktuellen Frage, wer nämlich in komplexen Konflikten eigentlich das Opfer und wer der Täter ist. Die Antwort auf diese Frage ist höchst subjektiv und kann je nach Erfahrung und Sichtweise variieren. In dem Roman hat dieses subjektive Erleben, sich als Opfer zu erleben, für meine Hauptfigur fatale Konsequenzen und bringt sie auf einen schmalen Grat zwischen Legalität und Unrecht.

Es wird geschildert, wie Ereignisse und Trauer in der Familie die Situation weiter komplizieren können und wie Ortswechsel zwar die äußeren Bedingungen vordergründig ändern, aber die wesentlichen Konflikte nicht wirklich beeinflussen. Aber aus der beschriebenen Lebenskrise eröffnen sich auch neue Wege.  Freundschaft, die Sehnsucht nach Liebe und Verbundenheit mit den eigenen kulturellen Wurzeln helfen bei der persönlichen Weiterentwicklung.

  1. Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?

Das Buch sollten Menschen lesen, die spannende Geschichten mögen mit schrägen Persönlichkeiten und Familiengeschichten mit Geheimnissen; die sich für komplizierte psychologische Prozesse interessieren, gerne hinter die Fassaden schauen, nicht in Stereotypen denken und sich nicht von vordergründigen Erfolgen blenden lassen. Es ist ein Roman, der in akademischen Kreisen im medizinischen Bereich spielt und auch von den Irrungen und Wirren des universitären Lebens berichtet, mehr allgemein aber die Eitelkeiten und zum Teil absurden Prozesse in großen Institutionen darstellt.

Das Buch erzählt von den Triebfedern, die uns im Leben antreiben. Davon, dass auch schwierige Personen, die anecken und zu scheitern drohen, ihren Weg finden können, wobei Liebe, Trauer und das Überwinden von Krisen eine Rolle spielen. So illustriert das Buch einen zunehmenden Trend in unserer Gesellschaft, in dem sich große Institutionen in ihren eignen, häufig wohlgemeinten Regeln verstricken und am Ende mit dem Gegenteil des Erhofften enden, dem Tod jedes gesunden Menschenverstandes und einer lähmenden Bürokratie.

  1. Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?

Ich habe viele Jahre in Berlin und London in einer Reihe von Einrichtungen als Psychiaterin und Therapeutin gearbeitet. Bei dieser Arbeit habe ich intime und detaillierte Einblicke in Lebensgeschichten, Emotionen und Konflikte vieler Menschen gewonnen und sie in Krisen begleitet und dabei an Prozessen persönlicher Erneuerung und Reifung teilhaben können. Das habe ich als großes Privileg empfunden. Gleichzeitig arbeitete ich zum Teil eng mit Kollegen unterschiedlicher Berufsgruppen zusammen, sowohl in universitären als auch klinischen Einrichtungen. Die Pandemie war dann ein unerwarteter Anlass, über viele dieser Erfahrungen in meiner Arbeit und über Ereignisse in meinem Leben zu reflektieren. In dieser Situation entstanden Ideen und formten sich meine fiktionalen Charaktere allmählich zu der Geschichte des Buches, und ich fing mit dem Schreiben an. Es machte mir Spaß, mein berufliches Wissen in einem neuen Kontext und im kreativen Gestalten von Geschichten zu nutzen. Und so entstand dann dieses Buch. Und schließlich habe ich Schauplätze gewählt, die ich faszinierend finde und mit denen ich vertraut bin, weil ich dort entweder gelebt oder längere Zeiten verbracht habe, wie viele Sommer in Senigallia, einem historischen Badeort an der italienischen Adriaküste.

  1. Welche Emotionen möchten Sie mit Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?

Hoffentlich die ganze Palette! Ich hatte einen Kollegen, der immer sagte, kein Mensch sei nur schlecht oder nur gut. So finden wir meine Hauptperson zum Teil nervig und egozentrisch. Aber dann erfahren wir mehr von ihren Ängsten und Obsessionen und beginnen, sie eher zu verstehen und mehr mit ihr zu fühlen. So entwickelt sie durch Wut provozierte Rachepläne, die sie wiederholt in persönliche Gefahr bringen. Viele Menschen kennen solche Situationen aus dem eigenen Leben und mögen beim Lesen des Buches zwischen Verständnis, Unverständnis, Mitgefühl, Ärger und dem Erkennen eigener Konflikte schwanken. Leser können sehen, wie man sich zum Beispiel aus Ärger oder Kränkung zu impulsiven Reaktionen hinreißen lässt, die man später bereut und die in extremen Fällen sogar zu schlimmen und irreparablen Konsequenzen führen können. Dinge, die wir moralisch unakzeptabel finden, können uns doch faszinieren. In meinem Buch gibt es aber ebenso komische und absurde Wendungen, besonders im akademischen Leben, die es aber doch in der Realität gibt und über die geschmunzelt werden kann.

  1. Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?

Zunächst sehr überrascht und dann neugierig. Es gibt eine natürliche Verbindung zwischen dem Beruf der Psychiaterin, die sich mit Lebensgeschichten, Träumen und Gefühlen von Menschen beschäftigt und dem fiktionalen Schreiben. Beide Tätigkeiten verbindet das kreative Bemühen, Biografien und persönliche Veränderungen zu durchdenken und als plausibel zu verstehen, jenseits von moralischen Urteilen. Ein kleiner Kreis von Freunden war schon früh in den Prozess der Buchentstehung involviert. Sie waren kritische und ermunternde Leser, die mir geholfen haben, die Geschichte in eine spannende Form zu bringen. Sie haben mich auch begleitet und unterstützt in dem längeren Prozess von der ersten vollständigen Version über das Finden eines guten Verlags bis zum abgeschlossenen Lektorat. Zurzeit berichten meine Familie und viele Freunde, dass sie sich freuen, das Buch tatsächlich bald in den Händen halten zu können, und gespannt sind, es zu lesen. Die digitale Version wird auch in 3 Monaten erhältlich sein.

Seit einigen Monaten arbeite ich bereits an einem neuen Buch. Ich will nicht zu viel verraten, aber es wird sich im weiteren Sinne um eine Familiengeschichte handeln, in der lange verborgene Geheimnisse durch unwahrscheinliche Zufälle zu Tage kommen.

Eva Carin

Wir danken der Autorin für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Ein schmaler Grat von Eva Carin, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen und genossen zu werden, weil das neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.

Ein schmaler Grat Eva Carin Verlag Europa Buch

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