Gerlinde Schmidts Osterhasenlehrling Willibald ist eine warmherzige, klassisch erzählte Kindergeschichte über Mut, Fleiß und die Lust am eigenen Können.
Nach dem Winterschlaf beginnt für den kleinen Hasen Willibald die Ausbildung zum Osterhasen – unter dem strengen, aber gerechten Lehrmeister Hannibal.
Die Handlung folgt den Tagen rund um Ostern: Eier abholen, waschen, kochen, bemalen und schließlich verstecken – ein klarer Rhythmus, der jungen Lesern Orientierung gibt.
Besonders gelungen sind die kleinen Abenteuer am Wegesrand: Begegnungen mit Tieren, der Schreck vor dem Fuchs, die Mühe mit der schweren Kiepe.
Der Text zeigt, wie Ehrgeiz zunächst Druck erzeugt, sich aber in verantwortliches Handeln verwandeln kann.
Im Zentrum steht Willibalds Kreativität: Aus „Punkten und Streifen“ werden Kunstwerke mit Gesichtern, Landschaften und fantasievollen Motiven.
Damit bricht das Buch spielerisch mit der Erwartung, dass alle nur „gleich“ abliefern müssen, und feiert Individualität.
Stilistisch bleibt die Sprache einfach, dialogreich und gut vorlesbar; Humor und Spannung sind dosiert, nie überfordernd.
Die Botschaft ist deutlich, aber nicht platt: Genauigkeit, Hilfsbereitschaft und Mut zahlen sich aus – und Talent wächst durch Übung.
Insgesamt ist es eine charmante Ostergeschichte, die Handwerk, Fantasie und Selbstvertrauen zu einer motivierenden Lektüre verbindet.


