Soacs Monogatari – Die Erde, Purpurrot in voller Blüte ist ein ambitionierter Genre-Roman, der Dystopie, Fantasy, japanisch codierte Mythologie und Cyberpunk zu einer düsteren Endzeitpoetik verschmilzt.
Besonders reizvoll ist die Weltanlage: Die nach Farben zonierte Erde, der toxische Himmelsbambus und die unsichtbaren Machtkämpfe um die Nachfolge des Tennō schaffen ein eigenständiges, bildstarkes Setting.
Im Zentrum stehen Figuren, die weniger durch klare Moral als durch Verlust, Schuld, Machtwillen und Bindungssehnsucht bestimmt sind.
Der Roman lebt dabei von seiner dichten Atmosphäre, seinen stilisierten Dialogen und einer großen Lust an Symbolen, Namen und übernatürlichen Kräften.
Mitunter gerät die Erzählung in ihrer Exposition und Terminologie sehr opulent, wodurch der Einstieg Konzentration verlangt.
Gerade diese Überfülle verleiht dem Buch jedoch seinen eigentümlichen Sog.
Monogatari ist somit ein bildmächtiger, genrebewusster und deutlich auf Fortsetzung angelegter Roman, der seine Leserinnen und Leser in eine Welt zieht, in der Machtkampf und Identität untrennbar miteinander verbunden sind.


