Dr. Marcellus Marcus’ Der Tötungstrieb und der Pazifismus ist ein engagiertes Traktat gegen Krieg, Militarismus und die Interessen des militärisch-industriellen Komplexes.
Seine zentrale These, dass dem Menschen ein „Tötungstrieb“ innewohne, der politisch mobilisiert und gesellschaftlich instrumentalisiert werden kann, verleiht dem Buch einen provokanten anthropologischen Kern.
Literarisch ist der Text weniger Essay im offenen Sinn als appellativer Brief und weltanschauliche Intervention.
Marcus schreibt mit Pathos, moralischer Dringlichkeit und unverkennbar missionarischem Impuls; Analyse, Zitatmontage und Anklage greifen dabei eng ineinander.
Die Stärke des Buches liegt in seiner kompromisslosen Friedensethik und in der Beharrlichkeit, mit der es Krieg als organisierte Menschenvernichtung beschreibt.
Seine Schwäche liegt in der starken ideologischen Zuspitzung, die historische und politische Komplexität bisweilen auf ein eindeutiges Feindbild reduziert.
Dennoch ist Der Tötungstrieb und der Pazifismus ein streitbarer, leidenschaftlicher und in seinem Furor durchaus eindringlicher Text, der Pazifismus nicht als Gesinnung, sondern als aktiven Widerstand gegen die Logik des Krieges versteht.


