Dudel Saques Der Krieg des kleinen Kerls oder Einmal Dortmund hin und zurück ist ein vielstimmiger, politisch wacher Roman über den Ukrainekrieg und seine Resonanzen im europäischen Alltag.
Besonders markant ist die formale Anlage: Groteske, Satire, dokumentarische Beobachtung und empathische Alltagsprosa greifen ineinander und erzeugen ein Panorama zwischen Machtfarce und menschlicher Verletzlichkeit.
Die grotesk überzeichneten Szenen um Tzukin zeigen, wie konsequent das Buch politische Hybris der Lächerlichkeit preisgibt.
Dem stellt Saque die Perspektive derjenigen entgegen, die Flucht, Solidarität, Überforderung und Verlust konkret erleben.
Gerade in diesem Kontrast liegt die literarische Stärke des Textes: Er reduziert Krieg weder auf Geopolitik noch auf bloßes Elend, sondern zeigt seine Wirkung in Sprache, Alltag und Moral.
Mitunter ist der Roman in seiner Zuspitzung bewusst exzessiv und riskiert Überdeutlichkeit.
Doch eben diese stilistische Unruhe entspricht seinem Gegenstand.
So entsteht ein engagierter, streitbarer und eindringlicher Roman, der Krieg nicht abstrakt behandelt, sondern als Zerstörung menschlicher Selbstverständlichkeit erfahrbar macht.


