Ryszard Lemparts Das Leben in der Demokratie mit Erinnerungen an die Ampel-Zeit ist ein politischer Gedichtband, der konservative Zeitdiagnose mit gereimter Reflexion verbindet.
Seine besondere Form liegt im Versuch, politische Analyse nicht essayistisch, sondern in pointierter Verssprache zu leisten.
Lempart schreibt aus dezidiert konservativer Perspektive, doch weniger als Parteigänger denn als Beobachter, der Demokratie, Migration, Krieg, Moral und die Ampel-Regierung kritisch vermisst.
Literarisch überzeugt der Band dort, wo der gereimte Ton Schärfe, Ironie und argumentative Verdichtung gewinnt.
Mitunter wirkt die Dichtung eher als Träger politischer Positionen denn als eigenständige poetische Form; manche Verse geraten programmatisch oder didaktisch.
Gerade diese Nähe von Lyrik und Weltanschauung macht das Buch jedoch interessant.
Das Leben in der Demokratie ist somit ein streitbarer, bewusst einseitiger, aber anregender Band, der Poesie als Mittel politischer Selbstvergewisserung und demokratischer Debatte versteht.


