Im Mittelpunkt steht Božica, die mit ihrer Familie nach Deutschland zieht und dort um sprachliche, berufliche und persönliche Selbstständigkeit ringt.
Der Roman verbindet individuelle Lebensgeschichte mit dem Zerfall Jugoslawiens, dem Balkan-Konflikt und den Erfahrungen einer Einwanderergeneration.
Besonders überzeugend ist die entschlossene Protagonistin, die sich gegen Abhängigkeit, gesellschaftliche Vorurteile und berufliche Abwertung behauptet.
Die zahlreichen Alltagsszenen vermitteln anschaulich, wie Integration durch Arbeit, Sprache, Freundschaft und Beharrlichkeit entsteht.
Zugleich zeigt das Buch die dunklen Seiten des vermeintlichen „Landes der Träume“: Ausbeutung, soziale Heuchelei, Geldgier und kriminelle Verlockungen.
Die Erzählweise ist detailreich und chronikalisch, wodurch manche Passagen ausführlicher ausfallen als dramaturgisch notwendig.
Auch politische und moralische Einschätzungen werden häufig direkt ausgesprochen, statt allein aus der Handlung hervorzugehen.
Casino bleibt dennoch ein eindringlicher Roman über Würde, Selbstbehauptung und die Erkenntnis, dass das Leben weniger vom Zufall als von den eigenen Entscheidungen bestimmt wird.


