Sabine Eva Meiers Das abstrakte Bild ist ein „Feelgood-Krimi“, der urbane Wochenendstimmung mit klassischer Whodunit-Spannung verbindet.
Vier Freundinnen – die selbsternannten „Ladies of the front row“ – reisen nach Nürnberg, zunächst für Museum, Altstadt und Vergnügen.
Doch schon im Neuen Museum kippt die Leichtigkeit: Ein Museumswärter liegt tot in einer Abstellkammer, kurz zuvor sind seltsame „Polizisten“ aufgetaucht.
Meier nutzt dieses Setup für einen temporeichen Plot um Kunstraub, falsche Identitäten und ein Bild, das zum Zündfunken des Verbrechens wird.
Besonders charmant ist das Quartett: Schlagfertige Dialoge, Running Gags und kleine Eitelkeiten sorgen für Humor, ohne die Krimihandlung zu entwerten.
Nürnberg wird atmosphärisch als Bühne eingesetzt – von Altstadtgassen bis zu den historischen Felsengängen, die dem Roman einen fast „Escape-Room“-Sog geben.
Stilistisch setzt die Autorin auf klare, szenische Erzählweise und schnelle Perspektivwechsel, was die Lektüre sehr flüssig macht.
Die Spannung entsteht weniger aus Brutalität als aus Rätselmechanik, Timing und dem Vergnügen am Miträtseln.
Gelegentlich wirkt die Dramaturgie bewusst „filmisch“ zugespitzt, doch genau das passt zum unterhaltsamen Anspruch des Genres.
Insgesamt ist Das abstrakte Bild ein spritziger Krimi mit Wohlfühlkern: leicht, witzig, überraschend – und mit genug Dunkelheit, um den Genuss nicht zu verwässern.


