Heute besprechen wir das Buch RIDE THIS LIFE – vom POTT bis zum Himalaya von Stephan Thiemann, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.
Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.
- Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen
Ride This Life – Vom Pott bis zum Himalaya erzählt keine erfundene Geschichte – sondern das echte Leben. Roh, ungeschönt, manchmal brutal, oft wunderschön und voller Momente, die niemand planen kann. Es geht um Herkunft, Verlust, Liebe, Sehnsucht, Freiheit und den Mut, trotz aller Rückschläge immer weiterzufahren.
Das Buch nimmt die Leser mit vom rauhen Ruhrgebiet der 70er-Jahre bis in die faszinierende Welt des Himalayas. Zwischen Kohlenstaub, Kneipen, familiären Brüchen und späteren Motorradabenteuern über Kontinente hinweg entsteht eine Geschichte, die zeigt, dass das Leben oft die verrücktesten und gleichzeitig schönsten Kapitel selbst schreibt.
„Ride This Life“ spricht über Hoffnung und Scheitern, über große Liebe und gefährliche Entscheidungen, über Freundschaft, Tod, Fernweh und die ewige Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Vor allem aber macht das Buch Mut: Mut, weiterzumachen, wenn alles zusammenbricht. Mut, seinem Herzen zu folgen. Und Mut, das Leben nicht nur zu überleben – sondern es wirklich zu leben.
Denn manchmal beginnt das größte Abenteuer genau dort, wo der ursprüngliche Plan endet.
- Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Ride This Life – Vom Pott bis zum Himalaya ist für alle Menschen geschrieben, die tief in sich spüren, dass das Leben mehr sein muss als funktionieren, warten und irgendwann bereuen. Für Menschen mit Sehnsucht. Für Träumer, Kämpfer, Suchende – und für alle, die irgendwann an einer Kreuzung standen und sich gefragt haben: „War das schon alles?“
Ich möchte die Leser faszinieren und ihnen Mut machen, ihrem Herzen zu folgen. Denn wir haben dieses eine Leben nur ein einziges Mal. Genau darin liegt die vielleicht größte Wahrheit dieses Buches. Natürlich wird nicht jeder mit dem Motorrad bis in den Himalaya fahren. Aber jeder Mensch trägt Träume in sich, die viel zu oft aus Angst, Sicherheit oder gesellschaftlichen Erwartungen begraben werden.
Die schlimmste Frage im Alter ist für mich nicht „Was ist passiert?“ – sondern: „Was wäre gewesen, wenn ich mich getraut hätte?“
„Ride This Life“ soll inspirieren, wieder JA zum Leben zu sagen. JA zu Liebe, Risiko, Veränderung und echten Emotionen. Denn am Ende erinnern wir uns selten an die sicheren Tage – sondern an die Momente, in denen wir wirklich gelebt haben.
- Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?
Die ersten Seiten von Ride This Life – Vom Pott bis zum Himalaya entstanden tatsächlich schon, als ich 13 oder 14 Jahre alt war – auf einer alten mechanischen Schreibmaschine, mit rot-schwarzem Farbband und Zwei-Finger-Suchsystem. Nach drei oder vier Seiten hatte ich damals allerdings keine Lust mehr. Doch diese Seiten existieren bis heute. Und über all die Jahre kam immer wieder derselbe Gedanke zurück: „Das musst du irgendwann erzählen.“
Die Geschichten selbst waren dabei nie das Problem. Davon gab und gibt es in meinem Leben mehr als genug. Die eigentliche Herausforderung war das Konzept. Ich wollte keine klassische Autobiografie schreiben, die einfach chronologisch heruntererzählt wird. Das Buch sollte sich anfühlen wie das Leben selbst: schnell, intensiv, voller harter Schnitte, Emotionen, Humor, Liebe, Sehnsucht und Chaos. Wie ein Film mit Vollgas – und plötzlich ganz leisen Momenten.
Besonders wichtig war mir auch, dass meine verstorbene Schwester Sabine weiterlebt. Frech, liebevoll, ehrlich und genauso bedeutend, wie sie es für mein Leben war und ist.
Am Ende bleibt die große Hoffnung: Dass Leser, die mich überhaupt nicht kennen, trotzdem das Gefühl haben, mitten in dieser Reise zu sitzen.
- Welche Emotionen möchten Sie mit Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?
Mit Ride This Life – Vom Pott bis zum Himalaya möchte ich die Leser nicht einfach nur unterhalten – ich möchte sie mitnehmen. Mitten hinein in diese Reise. So nah, dass sie Staub, Regen, Angst, Freiheit und Sehnsucht fast selbst spüren können.
Ich wünsche mir, dass Leser lachen, staunen, manchmal ungläubig den Kopf schütteln und in manchen Momenten vielleicht sogar eine kleine Träne verdrücken. Dass ihr Herz schneller schlägt, wenn plötzlich alles eskaliert. Dass sie sich in leisen Momenten an ihr eigenes Leben erinnern. Und dass sie am Ende das Buch zuklappen und für einen kurzen Augenblick das Gefühl haben: „Verdammt… ich will auch wieder mehr leben.“
Denn genau darum geht es. Nicht nur vom Leben zu träumen, sondern es wirklich zu tun.
Das Buch soll Mut machen, neue Horizonte zu erobern – egal ob auf einem Motorrad am Himalaya oder mitten im eigenen Alltag. Viele Menschen tragen Träume seit Jahren mit sich herum und warten auf den „richtigen Zeitpunkt“. Doch irgendwann wird aus „irgendwann“ vielleicht nie.
„Ride This Life“ soll daran erinnern, dass das Leben jetzt passiert. Steh auf. Geh los. Mach es. Denn echte Geschichten entstehen niemals in der Komfortzone.
- Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?
Die Reaktionen auf Ride This Life – Vom Pott bis zum Himalaya waren für viele erst einmal ein Schock. Denn kaum jemand kannte mein Leben in dieser ehrlichen, direkten und völlig ungeschönten Form. Selbst Menschen, die mich seit Jahrzehnten begleiten, wussten vieles nicht. Mein eigener Sohn sagte nach dem Lesen nur: „KRASSE SCHEISSE.“ Ehrlicher kann eine Reaktion vermutlich kaum sein.
Ich habe lange gezweifelt, ob ich dieses Buch überhaupt veröffentlichen soll. Ursprünglich hatte ich es eigentlich nur für mich und meine Familie geschrieben. Deshalb gilt mein besonderer Dank Frau Giorgia Grasso. Ihre ehrliche und emotionale Resonanz auf das Manuskript hat mir den Mut gegeben, diesen Schritt wirklich zu gehen.
Und neue Projekte? Ich glaube, mein ganzes Leben ist ein einziges Projekt.
Aktuell verwirklichen meine Frau Urmila und ich unseren nächsten großen Lebenstraum: The Republic of Motorcyclists Kathmandu – ein einzigartiger Ort für Motorradfahrer aus aller Welt. Eine Mischung aus Treffpunkt, Werkstatt, Café, Community und gelebter Freiheit mitten in Kathmandu.
Und auch das nächste Buchprojekt lebt bereits: die Geschichte meiner Frau Urmila. Eine nepalesische Frau, aufgewachsen unter dem letzten König Nepals, deren Leben sich komplett veränderte, als ich plötzlich hineinstürmte. Viel über diese faszinierende Land Nepal, unsere gemeinsame Reisen und auf den legendären 80-Tage-Ride von Essen nach Kathmandu – als erste Nepalesin überhaupt, die diese Strecke mit dem Motorrad gefahren ist.
Es bleibt spannend. Das war erst der Anfang.

Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. RIDE THIS LIFE – vom POTT bis zum Himalaya von Stephan Thiemann, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.



