Thomas Fries Im Licht der Ewigkeit erzählt eine Liebesgeschichte, die zugleich Erinnerungsroman und leise Lebensbilanz ist.
Im Zentrum steht Julian, der im Alter in eine Vergangenheit zurückgezogen wird, die ihn nie ganz verlassen hat.
Zwei Zeitebenen – Gegenwart und ein mehr als vier Jahrzehnte zurückliegender Sommer – greifen wie Ebbe und Flut ineinander.
Der „magische Blick“ zwischen Julian und Christian wird zum Leitmotiv: ein Moment, der Begehren, Verheißung und Schmerz bündelt.
Frie arbeitet mit einem klaren Wechsel von lyrischer Verdichtung (Gedichtpassagen) und szenischem Erzählen.
Seine Sprache bleibt einfach, aber aufrichtig; sie sucht weniger das Ornament als die unmittelbare Empfindung.
Besonders stark sind die Passagen, in denen Erinnerung nicht nostalgisch verklärt, sondern als unruhige Kraft erscheint.
Eine zentrale Gegenfigur bildet Laura: die tiefe Freundschaft gibt dem Roman Halt und kontrastiert die einsame Sehnsucht.
Thematisch berührt das Buch Fragen von Identität, verpassten Möglichkeiten und der Macht sozialer Bindungen.
Manches wirkt bewusst melodramatisch, doch gerade daraus gewinnt der Text seine emotionale Zugänglichkeit.
So entsteht ein stilles, eindringliches Plädoyer dafür, Träume ernst zu nehmen – auch wenn die Realität ihnen Grenzen setzt.


