**Zwei Perspektiven auf die Abhängigkeit – Christophes „Meine Drogensucht“**
In „Meine Drogensucht“ erzählt Christophe von einem Leben, das über viele Jahre von Abhängigkeit, innerer Isolation und wiederholten Neuanfängen geprägt war.
Sein Bericht zeichnet nach, wie Drogen und Alkohol zunehmend Beziehungen, berufliche Verantwortung und das eigene Selbstbild bestimmen.
Die Sprache ist direkt, stellenweise rau und von einer Dringlichkeit getragen, die wenig Abstand zum Erlebten lässt.
Gerade darin liegt die eindringliche Wirkung dieser persönlichen Bestandsaufnahme.
Der Text verschweigt weder Rückfälle noch widersprüchliche Gefühle und Entscheidungen, deren Folgen auch andere Menschen treffen.
Eine wichtige Erweiterung erfährt die Erzählung durch die Beiträge seiner Mutter Anita Marie.
Ihre Perspektive macht die Sorgen, Schuldgefühle und Grenzen familiärer Unterstützung greifbar.
Im Nebeneinander beider Stimmen entsteht ein vielschichtiges Bild von Nähe und Hilflosigkeit, Hoffnung und Enttäuschung.
Die sprunghafte Chronologie und wiederkehrende Gedanken verlangen gelegentlich Aufmerksamkeit, bewahren aber den unmittelbaren Charakter der Aufzeichnungen.
Die ergänzenden Überlegungen und Hinweise sind vor allem als Ausdruck persönlicher Erfahrungen zu lesen.
Besonders überzeugend ist das Buch dort, wo konkrete Erlebnisse zeigen, wie schwierig es sein kann, Hilfe anzunehmen und Veränderungen aufrechtzuerhalten.
So ist „Meine Drogensucht“ ein aufrüttelndes Lebenszeugnis, das zum Hinsehen und zum Gespräch über Abhängigkeit ermutigt.


