Heute besprechen wir das Buch Anna – Aus dem Nebel der Demenz entstiegen. Mit Fotos von Garmin Rickers von Rolf Dietrich, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.
Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.
- Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?
Dieses Buch richtet den Blick auf die vielschichtigen Trauerprozesse, die Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und professionelle Begleitende gleichermaßen betreffen. Verhaltensweisen werden dabei nicht vorschnell als Symptom oder Störung verstanden, sondern als Ausdruck innerer emotionaler Bewegungen.
Selbst dort, wo Erinnerungen verblassen, bleibt das menschliche Bedürfnis nach Nähe, Würde und gelebter Verbundenheit lebendig.
Ich möchte einen neuen Schwerpunkt setzen, indem ich Trauer als zentrales, oft übersehenes Thema in der Demenzbegleitung sichtbar mache. Bei mir rückt die emotionale Dimension konsequent in den Mittelpunkt.
Die Geschichte meiner Patentante hier, es könnte auch eine ganz andere Person sein, ist es Wert erzählt zu werden.
- Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Als potenzielle Zielgruppe sehe ich insbesondere Angehörige von Menschen mit Demenz, Fachpersonal in Pflegeeinrichtungen, therapeutisch tätige Personen sowie generell Leserinnen und Leser, die sich für existenzielle Themen wie Erinnerung, Identität, Verlust und zwischenmenschliche Verbundenheit interessieren.
Besonders am Herzen liegt mir dabei die Vermittlung von Trauerarbeit in den verschiedensten Facetten. Unverarbeitete Trauer kann in der Demenz zu vielfältigen Verhaltensauffälligkeiten führen. Dabei ist mir wichtig, das Verhalten nicht als Symptom zu deuten, sondern die Kompetenz des Betroffenen dahinter.
- Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?
Dieses Buch hatte ich vor einigen Jahren begonnen und wieder zur Seite gelegt. Im letzten Jahr habe mich verschiedene Erlebnisse in meine Berufspraxis als Pädagoge und Coach wieder zu dieser Geschichte geführt.
Die Fortsetzung hat auch bei mir selbst gewisse Trauerprozesse wieder klarer in den Vordergrund gerückt.
- Welche Emotionen möchten Sie mit Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?
Ihre Kollegin, Giorgia Grasso, hat dies aus meiner Sicht sehr schön beschrieben:
„Ihr Roman erzählt mit großer Sensibilität den Beginn eines Weges – eine eindrucksvolle und berührende Darstellung davon, wie Empathie, emotionale Erinnerung, eine persönliche Sprache und die Aufmerksamkeit für tiefe menschliche Bedürfnisse den Zugang zu einem Menschen wieder ermöglichen können, der scheinbar unerreichbar geworden ist. Auch aus persönlicher Perspektive – als jemand, der erlebt hat, wie Angehörige durch Demenz langsam verblassen – war die Lektüre für mich bewegend und zugleich von Hoffnung getragen.
Besonders hervorheben möchte ich die gelungene Schlussgestaltung. Der Tod erscheint als ein in sich geschlossener, erfüllter Abschluss eines inneren Weges. Anna gelangt zu mehr Präsenz, innerem Frieden und Zugehörigkeit – eine sehr überzeugende und berührende Lösung.
- Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?
In meiner Familie und im Freundeskreis wurde die Buchveröffentlichung sehr positiv bewertet. Mein Buch ist die Erzählung einer Geschichte und Geschichten habe ich schon immer gerne erzählt. Von daher war es für viele keine Überraschung.
Ein neues Buchprojekt ist schon ziemlich weit vorangeschritten. Zurzeit sind ca. 350 Seiten fertig. Ich nehme an das bis Ende des Jahres zum Abschluss kommt.
Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Anna – Aus dem Nebel der Demenz entstiegen. Mit Fotos von Garmin Rickers von Rolf Dietrich, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.


