Susanne Kerkovius’ IDA – Ein Leben für die Kunst ist eine sorgfältig recherchierte Romanbiografie über die Malerin Ida Kerkovius und ihren unbeirrbaren Weg in die künstlerische Unabhängigkeit.
Der Roman verbindet die Entwicklung der Klassischen Moderne mit der Geschichte einer Frau, die sich gegen die Erwartungen ihrer Familie und ihrer Epoche behauptet.
Besonders gelungen ist die Verbindung von historischen Fakten, lebendigen Dialogen und anschaulichen Milieuschilderungen.
Kerkovius zeichnet ihre Protagonistin nicht als makellose Ikone, sondern als entschlossene, empfindsame und bisweilen widersprüchliche Persönlichkeit.
Zugleich entfaltet das Buch ein farbiges Panorama des baltendeutschen Lebens, der Kunstszene in Stuttgart und der politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts.
Die Sprache ist zugänglich, detailreich und sichtbar von Sympathie für die porträtierte Künstlerin getragen.
Mitunter überwiegt die dokumentarische Fülle gegenüber der erzählerischen Verdichtung.
Doch gerade die Nähe zu familiären Quellen und historischen Schauplätzen verleiht dem Roman besondere Authentizität.
IDA ist ein kenntnisreiches und inspirierendes Porträt einer Pionierin, die ihr Leben konsequent der Kunst widmete.


