Heute besprechen wir das Buch Volkswirtschaftliche Neuorientierungen für Praktiker und Wirtschaftsstudenten 2. Auflage von Prof. Dr. Adolf Wagner, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.
In Zeiten globaler Umbrüche braucht Wirtschaft neue Denkansätze. Adolf Wagner verbindet in „Volkswirtschaftliche Neuorientierungen“ Theorie und Praxis, Klartext und Tiefgang – für alle, die Wirtschaft nicht nur studieren, sondern auch verändern wollen. Mit scharfem Blick, fundierter Erfahrung und einem systemischen Zugang bietet er Denkanstöße für Praktiker, Studierende und Entscheidungsträger. Ein Impulswerk für eine zukunftsfähige Marktwirtschaft – jenseits von Floskeln und Formelgläubigkeit.
Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.
- Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?
Behandelt wird das ewige Thema „“The Wealth of Nations“ (Adam Smith 1776) und „Wohlstand für Alle“ (Ludwig Erhard 1957), unter zeitgemäßen Aspekten und mit der begrenzten Wahrheitsfähigkeit der dafür zuständigen Sozialwissenschaft der Nationalökonomik. Es geht darum, wie im Zusammenleben des Volkes durch Abermillionen tagtäglicher Transaktionen von Gütern, Geld und Faktordiensten sowie von Produktionen ein guter Lebensstandard für alle Einwohner eines Landes zustande kommt und zu sichern ist. Unterschätzt werden dabei zumeist drei Charakteristika moderner Volkswirtschaften: (1.) Die laufende, rollierende Erneuerung der Bevölkerungen durch Nachwuchs und Zuwanderungen mit anderen Fähigkeiten und neuen Einstellungen zum Leben. (2.) Der rapide Anfall innovativer Produkte, Verfahren und Institutionen im weltweiten Wettbewerb. (3.) Der nachdrückliche Einfluß der Einbindung in den Staat sowie in das Kräftefeld des Zeitgeistes der Zivilgesellschaft. Insgesamt entsteht ein turbulenter Wandel des Systems, der zu alternativen und wechselnden wissenschaftlichen Erklärungen sowie Politikempfehlungen führt, wodurch die Öffentlichkeit unsicher wird. Das Buch trägt dazu bei, das Systemvertrauen auf ein nüchterneres Fundament zu stellen.
- Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Alle Bürger (und Wähler) sollten das Buch lesen, damit die begrenzten, mehrfachen und wechselnden „Wahrheit“ über gesamtwirtschaftliche Erwartungen und zielgerichtete Einflussnahmen nüchterner eingeschätzt werden können. „Politikvertrauen“ und „Systemvertrauen“ soll das Buch vermitteln, obwohl die individuellen Nutzenfunktionen der Bürger nicht faßbar sind und daraus keine politikleitende kollektive „Soziale Wohlfahrtsfunktion“ für die Bevölkerung ableitbar wäre. Die Ordnung als „Soziale Marktwirtschaft“ (Alfred Müller-Armack) ist – aus der Froschperspektive betrachtet – eine „Marktwirtschaftliche Demokratie“, die einerseits mit Marktmechanismen und andererseits mit Demokratiemechanismen funktioniert. Das System ist eine deutsche „Mixed Economy“ aus Kapitalismus und Sozialismus mit fruchtbarer Spannung. Gelegentlich spricht man einer „Kapitalistischen Demokratie“.
- Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?
Ich habe mich für das Buch entschieden, als ich durch Lehrbücher und Nobelpreisträger bemerken musste, dass Nationalökonomen mit ihrer empfohlenen Volkswirtschaftspolitik allzu selbstsichersind und oft einseitig urteilen sowie damit zur Politikverdrossenheit beitragen. Man übersieht, dass stets mit unscharfen Variablen, ungenauen Daten sowie weichen und alternativen Verknüpfungen gearbeitet wird.
- Welche Emotionen möchten Sie mit Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?
Die Menschen sollen von ihrem konzentrierten Eigeninteresse zu einem auch gemeinschaftsorientierten Menschenbild hingeführt werden, das man als „solidaristisches Menschenbild“ bezeichnet.
- Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?
Freundeskreis und Familie sind es von mir als einem Wissenschaftler mit einschlägiger vorakademischer Berufstätigkeit gewöhnt, methodologisch und wahrheitstheoretisch orientierte Bücher zu lesen. In Arbeit befindet sich ein neues Buch „Empirische Ökonomik“, das den Zyklus kritischer Bestandsaufnahme abschließt.
Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Volkswirtschaftliche Neuorientierungen für Praktiker und Wirtschaftsstudenten 2. Auflage von Prof. Dr. Adolf Wagner, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.


