Heute besprechen wir das Buch Sehnsucht nach Bahia von Peter Duwe, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.
Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.
- Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?
Mein Buch nimmt die Leser mit auf eine dreiwöchige Urlaubsreise nach Brasilien – genauer gesagt nach Salvador da Bahia im Nordosten des Landes.
Es ist eine humorvolle Mischung aus einem klassischen Reiseführer und einem sehr persönlichen Tagebuch, das die Geschichte über die Zeit in einem faszinierenden Land mit seinen Menschen erzählt.
Diese authentische Erzählung beginnt sehr abenteuerlich mit einem Streik am Frankfurter Flughafen, einer sehr kostspieligen Flugumleitung über Amsterdam, einem verloren gegangenen Koffer und dem zeitweisen Überleben mit nur halbem Gepäck.
Sie berichtet von Begegnungen mit guten Freunden, kulturellen und kulinarischen Entdeckungen, Samba, Bossa Nova, Fußball und dem größten Straßenkarneval der Welt bis hin zu persönlichen Erinnerungen und Anekdoten früherer Urlaubsreisen.
Den Leser erwarten aber auch Einblicke in die Geschichte Salvadors, das bis 1763 die erste Hauptstadt Brasiliens war und bis heute das pulsierende Herz der afrobrasilianischen Kultur und Religion ist. Neben der Schönheit Salvadors, der einzigartigen Natur Bahias und der Lebensfreude der Menschen verschließe ich die Augen aber auch nicht vor den gesellschaftlichen Problemen und scheinbar unlösbaren Widersprüchen.
Trotz alledem bleibt es am Ende eine Liebeserklärung an eine einzigartige und faszinierende Stadt in einem ebenso einzigartigen und faszinierenden Land mit seinen Menschen.
- Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Lesen sollte das Buch grundsätzlich jeder, den etwas mit Brasilien und insbesondere mit Salvador da Bahia verbindet. Ich habe vor Ort oft Reisende getroffen, die wegen der Sprachbarriere auf sich allein gestellt waren. Sie haben tolle Entdeckungen verpasst, weil der Insider-Blick fehlte. Manche wussten am Ende gar nicht genau, was sie eigentlich gesehen haben, sie fühlten sich unsicher und manche hatten sogar Angst.
Für alle, die nach Salvador reisen, ist das Buch der perfekte Begleiter – ein humorvoller Ratgeber und Tour-Guide. Ich möchte den Lesern die Angst vor dem Unbekannten nehmen und ihnen die echte, lebendige Kultur vermitteln. Das Buch hilft dabei, im Restaurant lokale Spezialitäten statt touristischer Verlegenheitsgerichte zu bestellen, Bus und Taxi sicher zu nutzen und die besten Ecken zu finden. Oder einfach nur, um am Strand unter Kokospalmen abzuschalten. Spannend ist es aber auch für Brasilianer, die im Ausland leben. Wenn sie unter Sehnsucht nach der Heimat leiden, bringt das Buch ein Stück Salvador zu ihnen nach Hause. Und zu guter Letzt: Wer einfach nur Lust auf eine humorvolle, authentische Geschichte hat, wird hier ebenfalls eine tolle Zeit haben.“
- Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?
Auf Grund der schon genannten Turbolenzen zu Beginn der Reise, die dem Streik geschuldet waren, habe ich bereits sehr früh begonnen, die Ereignisse wie in einem Tagebuch aufzuschreiben. Zu dem Zeitpunkt wollte ich eigentlich nur die Fakten sammeln, durch die unsere eigentlichen Reisepläne zunichtegemacht wurden. Ich war mir nicht sicher, befürchtete aber bereits, dass die Fluggesellschaft die hohen Extrakosten für die Flugumleitung nicht übernehmen würde und dachte eher an die Vorbereitung eines Rechtsstreits mit der Fluggesellschaft. Diese Notizen summierten sich Tag für Tag und irgendwann während des Urlaubs begann meine Frau mit Interesse diese Kladde zu lesen. „Wird das ein Buch?“, hatte sie mich daraufhin gefragt. Meine bildhafte Schilderung muss wohl diese Frage aufgeworfen haben.
Jedenfalls brachte sie mich damit zum ersten Mal auf die Idee, daraus ein Buch werden zu lassen. Ich schrieb dann voller Inspiration weiter – die täglichen Ereignisse machten es mir einfach – und begann bereits Emotionen und Humor mit einzubauen. Nach dem Urlaub, im April 2024, stand mein Entschluss fest, dieses Buch muss geschrieben werden.
- Welche Emotionen möchten Sie mit Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?
Ich möchte, dass die Leser sich vor ihrem geistigen Auge selbst auf diese Reise begeben. Sie sollen dieses wohlige Urlaubsgefühl spüren, das wir doch alle kennen – egal, wie unterschiedlich wir sonst reisen. Ich möchte, dass sie beim Lesen die Entspannung spüren, wenn man tagsüber unter einem Sonnenschirm am Pool oder am Strand relaxt, liest und ein Bier oder einen Cocktail trinkt. Sie sollen die Neugier erleben, wenn man auf Sightseeing-Tour geht, die Umgebung erkundet oder Souvenirs kauft – und vielleicht schmunzeln, weil manche heute noch Postkarten schreiben, die erst ankommen, wenn man längst wieder zu Hause ist. Und vor allem möchte ich die Sinne anregen: Man soll den Abend förmlich riechen – diesen Mix aus gebratenem Speck, Knoblauch und frischen Limetten, der einen in die Restaurants lockt. Und am Ende sollen die Leser im Geiste den Rhythmus der Afrotrommler in der Altstadt spüren den man im historischen und kulturellen Zentrum Salvadors bis spät in die Nacht hört.
- Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?
Meine Frau hat mein Buchprojekt über die letzten zwei Jahre hautnah miterlebt und mich zwischenzeitlich sogar als Lektorin unterstützt. Ihr Urteil war mir wichtig und hat mich bestärkt. Auch meine Kinder und einige Verwandte und Freunde wussten natürlich, woran ich arbeite. Die meisten fanden es gut, und nur wenige haben sich ein bisschen lustig gemacht.
Trotzdem war die Überraschung im Umfeld riesig, als das Buch dann offiziell angekündigt wurde. Die Reaktionen waren durchweg positiv und voller Vorfreude.
Und diese Begeisterung hat mich total beflügelt.
Das Schreiben hat mir so viel Spaß gemacht – es hat sich angefühlt, als wäre ich die ganze Zeit verlängert im Urlaub gewesen.
Deshalb kann ich auch gar nicht aufhören. Von meinem letzten Brasilienurlaub im März 2026 habe ich mir schon wieder jede Menge Material mitgebracht. Die ersten Zeilen für das nächste Projekt sind bereits getippt. Es gibt einfach noch so viel über Bahia zu erzählen, dass sich eine Fortsetzung definitiv lohnt.

Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Sehnsucht nach Bahia von Peter Duwe, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.


