Heute besprechen wir das Buch Macht und Ohnmacht des Glaubens von Dr. Marcellus Marcus, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.
Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.
- Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?
Es wird der Unterschied zwischen Glaube und Wissen beschrieben und dass der religiöse Glaube nur eine bestimmte Form des Glaubens ist. Dabei wird darauf aufmerksam gemacht, dass Wissen und Glaube ineinander übergehen und der Mensch beides kaum trennen kann. Eine Trennung ist aber für die Erkenntnis der Welt und der Wahrheit unbedingt wichtig. Es wird beschrieben, dass der Glaube pathologische Formen annehmen und zum Wahn werden kann, wenn keine Prüfung an der Wirklichkeit erfolgt. Gott oder Götter sind Erscheinungsformen des Glaubens und ein Machtfaktor, der in allen Gesellschaften von den Herrschenden zu ihrer Machtausübung genutzt wurde und den auch der einzelne Mensch nutzen kann. Es wird ausführlich dargelegt, dass die Gottesvorstellung im Christentum mit der Trinitätslehre falsch ist und dass Jesus Christus der Prophet einer neuen religiösen Lehre ist, die nicht mehr den aggressiven, rücksichtslosen und militanten Gott der Juden JAHWE zum Inhalt hat, sondern einen Gott „der Menschlichkeit, der Liebe, der Güte, der Gerechtigkeit und Wahrheit“, dem es gilt zum herrschenden Gott zu erheben und nachzueifern.
- Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Es sollten alle lesen, die, aus welchen Gründen auch immer, sich mit der Gottesproblematik beschäftigt haben oder beschäftigen und einen psychisch-geistigen Machtfaktor in der Religion suchen. Das kann der Gott sein, der in Jesus Christus gelebt hat, der Gott der „Kraft, der Macht und der Herrlichkeit“, der sie zu „Menschlichkeit, Liebe, Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit“ führt. Diesen Gott finden sie nicht in diesem Christentum und auch nicht im Islam oder Judentum
- Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?
Ich habe mich ein Leben lang mit der Gottesvorstellung beschäftigt, als kleiner ehrgeiziger Junge, als Medizinstudent, als praktizierender Arzt mit Tausenden Patienten und bei meiner Beschäftigung mit der Geschichte, ihren großen Geistern in Politik, Wissenschaft und Kunst. Und ich habe erkannt, dass der Gottesglaube in der Geschichte schon immer eine bedeutende Rolle gespielt hat, ein großer Machtfaktor war, der von den Herrschenden zu ihrer Machtausübung benutzt wurde, der aber auch die Menschen zu großen Taten motiviert hat.
- Welche Emotionen möchten Sie mir Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?
Wenn ich „Emotionen“ hervorrufen möchte, dann ist es „die Liebe zum Menschen, zu Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und den Glauben an die Macht der „guten Tat“. Aber in erster Linie möchte ich Wissen erzeugen, Wissen um das Wesen, die Macht und Ohnmacht des Gottesglaubens.
- Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?
Das Buch stellt zweifellos gewisse Ansprüche an die Leser und verlangt ein Interesse an religiösen Fragestellungen und der Gottesproblematik. Wer hierzu keinen Zugang besitzt, wird sich mit dem Buch ein wenig schwer tun. Die Vertreter der christlichen Kirche werden dieses Buch als „Ketzerei“ beurteilen, denn es erschüttert das gesamte Gebäude der Christlichen Religion, indem ich Jesus Christus als einen „Propheten“ eines anderen Gottes beschreibe. Aber hierüber nachzudenken ist besonders wichtig, wenn man einen Gottesglauben in einer aufgeklärten Welt erhalten will. Dabei gilt es, das Christentum von allen Wundern zu befreien, die zu Wahnideen werden können und die ein aufgeklärter Mensch nicht glauben kann. Dagegen muss sich die christliche Kirche massiv wehren, da das Fundament ihrer Lehre erschüttert wird.
Mit meinen drei Büchern: „Der Tötungstrieb und der Pazifismus“, „Tod, Sterben, Sterbehilfe“ und „Macht und Ohnmacht des Glaubens“ habe ich die großen Themen bearbeitet, die mich ein Leben lang beschäftigten. Jetzt warte ich auf eine Reaktion der Öffentlichkeit.

Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Macht und Ohnmacht des Glaubens von Dr. Marcellus Marcus, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.


