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31 Maggio 2026 da Europa_Buch

Die Kraft der Worte – Europa Buch präsentiert: Ein Leben in Momenten von Markus Michael

Heute besprechen wir das Buch Ein Leben in Momenten von Markus Michael, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.

Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.

  1. Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?

Ich habe mich bewusst gegen eine strikt chronologische Erzählweise im Sinne eines „und dann … und dann …“ entschieden – wenngleich ich Kindheitserinnerungen den späteren politisch-philosophischen Betrachtungen vorangestellt habe. Stattdessen sind meine Erinnerungen thematisch und bisweilen auch geographisch geordnet, durchzogen von Reflexionen über das Erlebte und Beobachtete. Vielleicht wirkt dies stellenweise sprunghaft – doch, so hoffte ich, auch weniger eintönig.

Im Rückblick wird mir bewusst, dass sich aus manchem kurzen Kapitel ein ganzes Buch hätte entwickeln lassen, nicht unähnlich dem ausgreifenden Stil von Marcel Proust. Gleichwohl habe ich mich entschieden, vieles, was mich bewegt hat, eher anzudeuten als auszuleuchten – in der Absicht, der Leserin Raum für eigene Schlüsse und die Kraft der Vorstellung zu lassen.

Manches habe ich bewusst ausgespart: etwa meine vier ‘Ehen’ und die dazwischenliegenden, nicht minder reichen sinnlichen Abenteuer – Stoff, der wohl eine andere Art von Tastatur erfordern würde.

Andererseits hatte ich das seltene Privileg, Geschichte an Orten und in Momenten zu erleben, in denen sie gerade entstand. Der Versuch, darüber nachzusinnen und diese Erfahrungen einzuordnen, bildet einen weiteren roten Faden dieser Erinnerungen.

  1. Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?

Zuallererst werden meine Memoiren wohl von Menschen gelesen werden, die mich persönlich kennen – ehemalige Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Weggefährten, heute über die ganze Welt verstreut. Ob darüber hinaus auch ein breiteres Publikum Interesse an der Lebensgeschichte eines im Grunde Unbekannten findet, vermag ich nicht zu sagen. Ich selbst habe stets mit großer Leidenschaft Biographien gelesen, wenn auch meist von Persönlichkeiten, deren Namen mir zumindest geläufig waren.

Was ich mit diesen Erinnerungen vermitteln möchte, ist daher weniger ein Anspruch auf allgemeine Bedeutung als vielmehr der Versuch, Erlebtes zu ordnen, Erfahrungen verständlich zu machen und Beobachtungen zu teilen, die über das rein Persönliche hinausweisen. Vielleicht liegt der Wert solcher Aufzeichnungen gerade darin, dass sie das Individuelle ernst nehmen und darin doch etwas Allgemeineres sichtbar wird. So geht es mir also eher um das, was uns alle verbindet.

  1. Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?

An meinem 69. Geburtstag stand ich in Paris vor einem Haus am Ufer der Seine, gegenüber von Notre-Dame – jenem Ort, an dem ich vor genau fünfzig Jahren, nach dem Abitur und vor Beginn meines Studiums, einige Monate lang als Kellner in einem libanesischen Restaurant gearbeitet hatte. Wie schnell sind diese fünf Jahrzehnte vergangen – und wie viel ist in ihnen geschehen!

Damals war ich angehalten, zu behaupten, ich hätte eine libanesische Großmutter. Kaum hätte ich mir ausmalen können, dass ich viele Jahre später tatsächlich häufig im Libanon arbeiten und das Land – trotz des Krieges und nicht nur wegen seiner Küche – aufrichtig lieben würde.

Im Laufe meines Lebens habe ich in mehr als sechzig Ländern auf allen Kontinenten gearbeitet, meist in Kriegsgebieten. Immer wieder wurde ich ermutigt, meine Erfahrungen niederzuschreiben. Doch ich selbst hielt mein Leben lange nicht für bemerkenswert genug, um davon zu berichten.

In jenem Moment in Paris dachte ich an meine Mutter, meine Tante und meinen Onkel, die vor einigen Jahren, jeweils nach einem langen Leben, verstorben waren. Ich empfand Bedauern darüber, die Gelegenheit versäumt zu haben, sie eingehend nach ihren Erinnerungen und Erfahrungen während je eines Jahrhunderts zu befragen.

Damit meine Nachfahren eines Tages nicht einen ähnlichen Verlust beklagen müssen, fasste ich dort den Entschluss, bildlich gesprochen, doch zur Feder zu greifen – auch wenn mein Leben, im Wesentlichen, noch immer ein ‘work in progress’ ist.

  1. Welche Emotionen möchten Sie mit Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?

Staunen, manchmal, wegen der wie erwähnt oft eher ungewöhnlichen Ereignissen in meinem Leben, aber wohl eher Mit-Fühlen. Die eine oder andere Leserin wird Neues erfahren über sonst eher unbekannte Ecken der Welt oder ungewöhnlichen Situationen und Phänomene, wie z.B. die Arbeit in Gefängnissen oder die Beschreibung seltsamer Krankheiten.

In einer anderen Schreibweise hätte ich mich viel mehr über mein Innenleben auslassen können; ich habe aber bevorzugt, nur gewisse Emotionen anzutönen, statt sie auszumalen und dem Leser zu überlassen, sich in mich hineinzuführen und vielleicht vorzustellen, wie er selbst mit gewissen Situationen umgegangen wäre.

  1. Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannte oder Ihre Familie auf die Buchsveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?

Familie, Freunde und Bekannte kennen naturgemäß jeweils nur einen Aspekt meines Lebens — nämlich den, den wir miteinander teilen. Um so größer war die Freude, bisweilen sogar das Erstaunen, wenn sie in meinen Memoiren auf andere, ihnen unbekannte Facetten meiner Vergangenheit stießen.

Mein neuestes Projekt, das kurz vor der Fertigstellung steht, ist ein Fortsetzungsroman in Form von Kurzgeschichten sowie einer Novelle zu meinem historischen Roman Zeitblick. Darin hatte ich den Protagonisten, einen Zeitreisenden, an einem ihm unbekannten Ort und in einer fremden Zeit zurückgelassen — und war selbst etwas besorgt, wie er sich den Herausforderungen stellen würde, nicht zuletzt angesichts der ‘Endgültigkeit’ der Zeit.

Auch seine Mutter ließ mich nicht los, die in der Zukunft vergeblich auf seine Rückkehr wartet. Dieser kurze Roman (Der fünfte Gast) ist der Versuch, diesen offenen Fragen nachzugehen und ihnen eine Antwort zu geben.

Markus Michael

Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Ein Leben in Momenten von Markus Michael, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.

Ein Leben in Momenten Markus Michael Verlag Europa Buch

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