Heute besprechen wir das Buch Chronische Perlen der inkontinenten Erkenntnis (Gedanken, Gedichte, Songs) von Jens Husmann, erschienen beim Verlag Europa Buch. Wir präsentieren hier ein Interview mit dem Autor des Buches, um die persönlichen Aspekte und die wichtigsten Erfahrungen zu verdeutlichen, die in diesem Text verdichtet sind. Wir besprechen auch die wichtigsten Themen, die der Autor im Laufe seines Schreibens anspricht und die er mit seinen Leserinnen und Lesern teilen möchte.
Hier ist das Interview mit dem Autor: Viel Spaß beim Lesen.
- Welche Themen und Inhalte werden von Ihnen in dem Buch angesprochen?
Gesellschaftsrelevante Themen, wie zum Beispiel eine breit angelegte Verdummung eines großen Teils der Bevölkerung, das sich nicht mehr mit politischen Diskursen differenziert auseinandersetzen will, während gleichzeitig Populisten das Narrativ von möglichen simplen Lösungen zunehmend erfolgreich bedienen.
Allerdings spielen auch eher lustige, amüsante, fragwürdige Beobachtungen eine große Rolle. Die kleinen oder größeren Schwächen der menschlichen Spezies nehme ich gern und liebevoll auf den Arm und schließe mich darin mit ein.
Etwas anderes betreffen persönliche Reflexionen über alltägliche gesellschaftliche, berufliche, private und psychische Überforderungen, gescheiterter Liebe sowie Sehnsucht nach Zweisamkeit und privatem Glück.
- Wer sollte dieses Buch unbedingt lesen? Was möchten Sie ihm oder ihr vermitteln?
Jeder, der sich seines Seelenheils nicht sicher ist.
Es geht darum, sich in dieser verrückten, paranoiden, undurchschaubaren Welt zurechtzufinden, ohne allzu große Blessuren davontragen.
Nichts ist mehr sicher – sowohl global als auch individuell.
Die weltpolitische Unsicherheit beeinflusst die individuelle Unsicherheit massiv.
Zu schreiben folgt gleichzeitig einer gewissen Didaktik: Dass sich die Menschen wieder mit den dringlichen Problemen differenziert und sachlich auseinandersetzen, so dass wieder über eine aufgeklärte und mündige Bevölkerung im Sinne Kants gesprochen werden kann, ist nicht ein persönlicher Wunsch meinerseits, sondern würde die gesellschaftlichen Diskurse im positiven Sinne versachlichen und unaufgeregter gestalten.
- Wann und warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?
Irgendwann habe ich gemerkt, dass es mir nicht ausreicht, Songtexte zu schreiben, in denen es entweder um Liebe oder die eigene psychische Verfassung geht
Allerdings wollte ich auch keine Antikriegssongs oder ähnliches verfassen.
Ein Song als Format kann beim Schreiben auch ein Hindernis sein, von dem ich mich durch „formfreie“ Gedanken und Reflexionen befreien wollte.
Nicht alle satirischen Texte sind nur amüsant, sondern geben auch kritische Einblicke in die Seele der Gesellschaft.
- Welche Emotionen möchten Sie mit Ihrem Buch bei den Lesern hervorrufen?
Der Umgang mit einer unerfüllten Liebe gehört ebenso dazu wie der individuelle Schmerz über das, was alltäglich geschieht oder auch nur wahrgenommen wird.
Der emotionale Druck auf jeden Einzelnen in dieser postmodernen digitalen Welt ist immens: Bin ich attraktiv genug? Reicht meine Leistungsfähigkeit gegenüber der Konkurrenz aus? Bin ich Teil einer Familie, einer Gruppe, eines Systems oder bewege ich mich als Underdog oder außerhalb der Norm? Finde ich mich in diesem Kontext selbst wieder oder habe ich meine Individualität bereits eingebüßt? Im besten Falle amüsieren sich die Leser über ihre eigenen Unzulänglichkeiten.
- Wie haben Ihr Freundeskreis, Ihre Bekannten oder Ihre Familie auf die Buchveröffentlichung reagiert? Stehen schon neue Projekte an?
Familie und Freunde kennen Teile des Buches, da ich ihnen bestimmte Texte bereits vorgetragen habe.
Vor allem durch das durchweg positive Feedback habe ich Kraft geschöpft, das Buch zu veröffentlichen.
Das Dumme an der Veröffentlichung ist, dass einige Texte nach der Druckfreigabe nicht mehr in das Buch aufgenommen werden konnten.
Insofern erübrigt sich die Frage nach weiteren Projekten.
Zunächst schreibe ich weiter aufgrund meiner Beobachtungen und Befindlichkeiten. Ob daraus wieder eine Textsammlung wird oder ob ich mich in einer anderen literarischen Form austobe, kann ich abschließend noch nicht sagen.
Allerdings freue ich mich bei jedem sich anbietenden Thema aufs Neue, es zu durchleuchten und es entweder satirisch, lyrisch oder lediglich reflektierend auseinanderzunehmen.

Wir danken dem Autor für die Beantwortung unserer Fragen und die Hilfe, den Text und die damit verbundenen Erfahrungen auf den Kern zu bringen. Chronische Perlen der inkontinenten Erkenntnis (Gedanken, Gedichte, Songs) von Jens Husmann, erschienen beim Verlag Europa Buch, verdient es, aufmerksam gelesen zu werden, weil das Buch neue Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnet.


